Auf diesem Feld wird Cannabis für Basel-Stadt produziert

Auf diesem Feld wird Cannabis für Basel-Stadt produziert

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Der Telebasel News-Beitrag vom 18. September 2022

Basel

Die Firma Pure Production stellt das Cannabis für das Basler Pilotprojekt «Weed Care» her. Wir haben eine der streng überwachten Plantagen besucht.

Auf den ersten Blick erinnert die Anlage im Fricktal mehr an einen  Hof eines Hochsicherheitstraktes als an eine Plantage. Nur eine normale Plantage ist es nicht. Es ist eines der wenigen Felder in der Schweiz, wo THC-haltiges Gras angebaut wird. THC ist der Stoff im Cannabis, der beim Konsum den Rausch auslöst. Das Feld gehört der Firma Pure Production.

Sie forschen an der Cannabis-Pflanze und beliefern das Basler Pilotprojekt «Weed Care». Lino Cereghetti, COO von Pure Production erklärt, was es mit den hohen Sicherheitsvorkehrungen auf sich hat: «Das ist Teil der Auflage um solch eine Ausnahmebewilligung zu bekommen, damit man wie wir die Forschung an THC durchführen kann. Das man ein Sicherheitskonzept hat, der die Pflanzen gegen Diebstahl sichert. Entsprechend haben wir einen Hag, Stacheldraht, Bewegungsmelder mit Direktmeldung an die Polizei.» Denn THC-haltiges Cannabis ist nach wie vor illegal. Nur aufgrund einer Änderung im Betäubungsmittelgesetz aus dem Jahr 2021 konnte die Cannabis-Studie in Basel lanciert werden.

Erforschung neuer Sorten

Das Feld im Fricktal dient einerseits der Erforschung neuer Sorten andererseits werden hier auch Pflanzen angebaut, aus denen Produkte für «Weed Care» hergestellt werden. Die erste Lieferung, rund 100 Kilo Cannabis, konnte die nötigen Standards nicht erfüllen. In der Qualitätskontrolle hat man Spurenrückstände von Pestiziden festgestellt.

Das Gras stammt allerdings von einem anderen Feld. «Das war eine Gewächshausanlage die wir kurzfristig auf Jahresbeginn in Betrieb nahmen, um die Pilotprojekte von der Stadt Basel durchzuführen. Der Landwirt, der uns den Boden zur Verfügung gestellt hat, hat diesen auf Bio-Aktivitäten analysiert, Schwermetalle und andere Dinge und hat das Pflanzenschutzmittel nicht detektiert.» so Cereghetti. Da es sich bei Cannabis allerdings um eine bodenreinigende Pflanze handelt, kam es zu einer höheren Konzentration der Pestizide als im Boden.

Gras wird vermutlich vernichtet

Diese Menge an Pestizidspuren ist eigentlich ungefährlich und auch in vielen Lebensmitteln in dieser Konzentration nachzuweisen. Da es sich bei Gras für die Studie allerdings um ein Bio-Produkt handelt, liegt der Grenzwert bei 0,1 sehr tief. Dieser wurde knapp überschritten. «Wir und die Stadt Basel haben uns dazu entschieden, die Produkte zurückzuhalten.»

Das Ziel der Studie ist es, herauszufinden ob sich das Konsumverhalten durch eine kontrollierte Abgabe verändert, erklärt Regine Steinauer. Das fehlbare Gras werde jetzt nochmals untersucht. Sollten weiterhin Mängel festgestellt werden, wird es vernichtet. «Das wurde speziell für dieses Pilotprojekt angepflanzt und steht nicht für andere Projekte zur Verfügung.», erklärt Steinauer.

Startdatum ist unklar

In insgesamt neun Apotheken hätten die 370 StudienteilnehmerInnen eigentlich ab vergangenem Donnerstag Cannabis und Haschisch kaufen können. Nun verschiebt sich der Start von Weed Care um Wochen, vielleicht auch Monate. Je nach dem wie schnell der Kanton Basel Ersatz findet.

Die Kifferdichte in der Schweiz ist im internationalen vergleich hoch. Das BAG schätzt, das es in der Schweiz rund 200’000 Personen gibt, die regelmässig Cannabis konsumieren (Stand 2020).

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